Tampon vs. Menstruationstasse
Vorteile, Nachteile und Entscheidungshilfe

Die Periode ist kein Tabuthema mehr – zumindest theoretisch. Praktisch stehen viele Frauen trotzdem regelmäßig vor derselben Frage: Tampon oder Menstruationstasse? Beides wird intern getragen, beides fängt Blut auf. Und doch unterscheiden sich diese Produkte deutlich – im Tragegefühl, in der Handhabung und sogar in der Wirkung auf das Körpergefühl.
Wer bewusst wählt, entscheidet nicht nur nach Gewohnheit, sondern nach Komfort, Alltagstauglichkeit und persönlichem Empfinden.
Der Klassiker: Der Tampon
Tampons bestehen meist aus gepresster Baumwolle oder Viskose und saugen das Menstruationsblut auf. Sie werden in die Vagina eingeführt und nach einigen Stunden wieder entfernt.
Vorteile
- Einfach in der Anwendung
- Überall erhältlich
- Diskret zu wechseln
- Kein sichtbares Blut beim Entfernen (in Maßen)
Nachteile
- Kann die Scheide austrocknen
- Muss alle 4–8 Stunden gewechselt werden
- Verbrauchsprodukt – verursacht Müll
- Seltenes, aber ernstes Risiko des Toxischen Schocksyndroms (TSS)
Gerade bei längerer Tragedauer oder schwacher Blutung kann das trockene Entfernen unangenehm sein. Für Frauen, die ohnehin zu vaginaler Trockenheit neigen – etwa während der Menopause – kann das ein relevanter Faktor sein.
Die Alternative: Die Menstruationstasse
Die Menstruationstasse besteht meist aus medizinischem Silikon. Sie saugt das Blut nicht auf, sondern sammelt es. Je nach Stärke der Blutung kann sie bis zu 8–12 Stunden getragen werden.
Vorteile
- Wiederverwendbar und nachhaltig
- Längere Tragezeit möglich
- Trocknet die Schleimhaut nicht aus
- Auf Dauer kostengünstiger
Nachteile
- Eingewöhnungsphase nötig
- Einsetzen und Entfernen erfordert Übung
- Reinigung unterwegs manchmal umständlich
Viele Frauen berichten, dass sie durch die Tasse ein neues Verhältnis zu ihrem Körper entwickeln. Man sieht die eigene Blutmenge, bekommt ein Gefühl für den Zyklus. Das ist zunächst ungewohnt, aber auch aufschlussreich.
Komfort im Alltag
Sport, Schwimmen, Arbeit – beides ist grundsätzlich alltagstauglich. Die Tasse punktet bei langen Tagen ohne Toilettenpause. Der Tampon hingegen ist schneller gewechselt, wenn es hektisch wird.
Entscheidend ist die richtige Größe. Eine falsch gewählte Tasse kann drücken oder undicht sein. Ein zu großer Tampon kann unangenehm trocken wirken.
Sex während der Periode
Mit klassischem Tampon ist penetrativer Sex nicht möglich. Die Menstruationstasse ebenfalls nicht – sie sitzt im Vaginalkanal. Es gibt jedoch spezielle Menstruationsscheiben, die weiter oben am Muttermund sitzen und theoretisch Geschlechtsverkehr ermöglichen.
Unabhängig vom Produkt gilt: Sex während der Periode ist medizinisch in der Regel unproblematisch, solange keine Schmerzen bestehen und auf Schutz vor STI geachtet wird.
Hygiene und Sicherheit
Beide Produkte sind bei richtiger Anwendung sicher. Wichtig ist regelmäßiges Wechseln beim Tampon und gründliches Ausspülen bzw. Auskochen der Tasse zwischen den Zyklen.
Das Risiko für TSS besteht theoretisch bei beiden Varianten, ist jedoch selten. Entscheidend ist, die empfohlene Tragedauer nicht zu überschreiten.
Nachhaltigkeit
Hier gewinnt die Menstruationstasse deutlich. Eine einzige Tasse kann mehrere Jahre genutzt werden. Tampons hingegen erzeugen monatlich Abfall – inklusive Verpackung.
Für viele Frauen ist das mittlerweile ein starkes Argument für den Wechsel.
Fazit
Tampon oder Menstruationstasse ist keine ideologische Frage, sondern eine individuelle. Der Tampon ist unkompliziert und vertraut. Die Tasse ist nachhaltig, langfristig günstiger und verändert oft das Körpergefühl positiv.
Wer neugierig ist, sollte beides ausprobieren – bewusst und ohne Druck. Die Periode ist kein Makel. Sie ist ein Teil des Körpers. Und der verdient Lösungen, die sich richtig anfühlen.



